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Inleiding: vlees eten betekent een dier slachten
Om vlees te kunnen eten, moet een dier worden geslacht. Dat is een biologische realiteit die vandaag nog altijd geldt — vlees wordt althans nog niet op grote schaal in een laboratorium gekweekt. De vraag is dan niet zozeer óf een dier wordt geslacht, maar hoe. Het uitgangspunt moet altijd zijn: zo snel, efficiënt, hygiënisch en pijnloos mogelijk. Dat geldt voor elke slachtmethode, religieus of niet.
Toch duikt halal slachten regelmatig op in het publieke debat, vaak met misverstanden over wat het precies inhoudt, of het dierenwelzijn schaadt en of het al dan niet in strijd is met de Vlaamse wetgeving. In deze blog bekijken we dat concreet voor runderen in Vlaanderen.
Wat is halal slachten?
Halal slachten is de islamitische manier van slachten. Het woord "halal" betekent in het Arabisch simpelweg "toegestaan" — het tegenovergestelde is "haram" (verboden). Vlees is alleen halal als het dier volgens specifieke religieuze voorschriften is geslacht.
Wat zegt de Koran?
De basis van halal slachten komt uit drie verwijzingen in de Koran:
Soera 5, vers 3 somt op welk voedsel verboden is: een dier dat al vóór de slacht dood was, bloed en een dier dat is gewurgd of gevallen. Het dier moet op het moment van slachten leven en het bloed moet volledig uit het lichaam vloeien. Het laten uitvloeien van bloed heeft zowel een religieuze als praktische achtergrond: bloed vormt een voedingsbodem voor micro-organismen en het verwijderen ervan draagt bij aan de houdbaarheid van vlees.
Soera 6, vers 121 stelt dat men geen dieren mag eten waarover de naam van Allah (God in het Arabisch) niet is uitgesproken. Dit bevestigt dat het dier niet zinloos wordt gedood, maar bewust en in Gods naam.
Soera 6, vers 118-119 bevestigt nogmaals dat men dieren mag eten waarover de naam van Allah is uitgesproken, en dat men mag vertrouwen op de goddelijke richtlijnen voor wat is toegestaan.
Wat zegt de Hadith?
De Hadith zijn overleveringen van de uitspraken en handelingen van de profeet Mohammed ﷺ, opgetekend in de grote verzamelingen. Waar de Koran de principes geeft, biedt de Hadith de praktische uitwerking. Voor halal slachten zijn de volgende regels hieruit afgeleid:
- De slachter moet moslim, jood of christen zijn (een persoon van het Boek)
- Het mes moet vlijmscherp zijn; een bot mes verlengt het lijden
- De keelsnede moet in één vloeiende beweging worden uitgevoerd, niet zagend
- Het mes mag niet geslepen worden in het zicht van het dier, omdat dit angst veroorzaakt
- Andere dieren mogen niet toekijken tijdens de slacht
- Das Tier muss vor der Schlachtung ruhig und stressfrei sein.
- Der Schlachtbereich muss sauber und hygienisch sein.
- Das Tier muss vollständig ausbluten, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden — auch dafür gibt es neben einem religiösen einen praktischen Grund: Restblut im Fleisch fördert das Bakterienwachstum und verkürzt die Haltbarkeit.
Konventionelle Schlachtung versus Halal-Schlachtung: Was ist der Unterschied?
Bei der konventionellen, nicht religiösen Schlachtung von Rindern wird das Tier zunächst betäubt — entweder mit einem Bolzenschussgerät, bei dem ein Stahlbolzen mit großer Kraft in den Schädel geschossen wird, oder durch einen Elektroschock.
Bei der traditionellen Halal-Schlachtung ohne Betäubung wird dem Tier bei Bewusstsein die Kehle durchtrennt. Dies ist der Punkt, über den — sowohl wissenschaftlich als auch religiös — debattiert wird.
Was sagt die Wissenschaft über Schmerzen bei der Schlachtung?
Eine häufig zitierte Studie ist die Untersuchung von Professor Wilhelm Schulze von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die zwischen 1974 und 1978 durchgeführt wurde. (1)Mithilfe chirurgisch implantierter Elektroden wurden bei Schafen und Kälbern EEG (Gehirnaktivität) und EKG (Herzaktivität) gemessen. Beim islamischen Halsschnitt zeigte das EEG in den ersten drei Sekunden keine Veränderung. Bei der Methode mit dem Bolzenschussgerät schienen die Tiere betäubt zu sein, doch es wurde mehr Gehirnaktivität gemessen als erwartet.
Die Studie bleibt umstritten: Sie stammt aus den 1970er-Jahren, die Methodik wurde kritisiert, und Schulze selbst wies darauf hin, dass das Bolzenschussgerät in seinen Experimenten möglicherweise nicht korrekt funktioniert hatte. Für Schafe gibt es spätere EEG-Studien, die ähnliche Erkenntnisse über einen relativ schnellen Bewusstseinsverlust nach einem korrekten Halsschnitt bestätigen. (2)Für ausgewachsene Rinder fehlen vergleichbare bestätigende Studien.
Auch die US-amerikanische Tierwissenschaftlerin Temple Grandin, international anerkannte Expertin für Schlachthofdesign und Tierverhalten, erklärt, dass Schlachthöfe, die die empfohlenen Halal-Praktiken korrekt umsetzen, dem Tier nur wenig Schmerzen zufügen. Sie betont, dass Tierleid in Schlachthöfen eher auf eine schlechte Durchführung als auf die Methode an sich zurückzuführen ist — im Allgemeinen bevorzugt sie jedoch eine wirksame Betäubung vor dem Schnitt. (4).
Betäubung bei der konventionellen Schlachtung: ebenfalls nicht ohne Probleme
Die Betäubung wird häufig als ultimative Lösung dargestellt, doch auch dabei gibt es Probleme. Studien zeigen, dass Betäubungsmethoden in einer signifikanten Anzahl von Fällen ein Tier nicht wirksam betäuben; die angegebenen Prozentsätze variieren stark je nach Tierart und verwendeter Methode. (5)Bei Geflügel, das durch ein elektrisches Wasserbad läuft, ist die Betäubung bei einem Teil der Tiere unzureichend; sie erleben den Kehlenschnitt bei Bewusstsein. (6).
Einige Tiere sind aufgrund einer fehlgeschlagenen Betäubung bereits vor dem Kehlschnitt tot, sodass das Fleisch streng genommen nicht mehr halal, aber auch nicht mehr mit den allgemeinen Schlachtvorschriften vereinbar ist. Tiere, die in Gruppen betäubt und geschlachtet werden, sehen und hören Artgenossen leiden, was starken Stress verursacht. Außerdem ist die Qualität der Betäubung in der Praxis schwer zu kontrollieren: In einem industriellen Schlachthof werden Hunderte Tiere pro Stunde durch die Schlachtlinie geführt, wodurch eine gründliche individuelle Kontrolle nahezu unmöglich ist.
Die flämische Gesetzgebung: Dekret vom 7. Juli 2017
In Flandern ist das Schlachten ohne Betäubung seit dem 1. Januar 2019 verboten, auf Grundlage des flämischen Dekrets vom 7. Juli 2017 zur Änderung des Gesetzes über den Schutz und das Wohlergehen der Tiere (7). Es sieht eine besondere Regelung vor: Die Betäubung muss reversibel sein, und der Tod des Tieres darf nicht durch die Betäubung verursacht werden. So bleibt das Tier zum Zeitpunkt des Kehlens technisch gesehen am Leben, was der islamischen Anforderung entspricht.
Für viele Halal-Zertifizierungsstellen ist eine reversible Betäubung vor dem Kehlschnitt daher zulässig, wobei die Akzeptanz von der verwendeten Methode und der Tierart abhängt. Das eindringende Bolzenschussgerät, das das Gehirn dauerhaft schädigt, wird von den meisten Stellen abgelehnt, da sich das Tier davon nicht erholen kann. Die Anwendung wird für jeden Schlachthof und jeden Einzelfall sorgfältig geprüft; das Tier darf nicht unnötig leiden und die Betäubung muss einwandfrei durchgeführt werden. Letzteres ist in der Praxis keine Garantie: Auch bei einer Betäubung vor dem Kehlschnitt versagt die Betäubung in einigen Fällen, sodass das Tier den Kehlschnitt dennoch bei Bewusstsein erleidet.
Betäubung nach dem Kehlschnitt bei Rindern: die gesetzliche Ausnahme
Für Rinder gilt eine besondere Übergangsmaßnahme: Betäubung nach dem Kehlschnitt. Der Grund ist technischer Natur: Als das Dekret verabschiedet wurde, war keine breit anwendbare und ausreichend zuverlässige Methode zur reversiblen Betäubung ausgewachsener Rinder verfügbar (7). Daher wurde eine Übergangslösung vorgesehen:
- Das Rind wird ohne Betäubung gekehl
- Unmittelbar danach, während des Kehlschnitts oder spätestens 2 Sekunden danach, wird das Tier mit einem Bolzenschussgerät betäubt
- Das Tier ist dann bewusstlos und verblutet
Diese Methode ist gesetzlich als Übergangsmaßnahme festgelegt, bis die reversible Elektrobetäubung auch bei ausgewachsenen Rindern zuverlässig angewendet werden kann.
Flandern bildet dabei keine Ausnahme: Innerhalb Europas ist eine Betäubung nach dem Kehlschnitt auch in Österreich, Estland, Lettland und Griechenland gesetzlich vorgeschrieben (8).
In den meisten anderen europäischen Ländern – darunter Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Spanien und Polen – ist die unbetäubte rituelle Schlachtung weiterhin vollständig erlaubt.
Verstoßen wir gegen die Gesetzgebung?
Nein. Die Halal-Schlachtung von Rindern in Flandern, die in einem anerkannten Schlachthof mit Betäubung nach dem Kehlschnitt durchgeführt wird, entspricht vollständig der flämischen Gesetzgebung. Das Dekret von 2017 sieht dies ausdrücklich als gesetzliche Methode für Rinder vor, solange die Elektrobetäubung für diese Tierart noch nicht ausgereift ist.
Doppelte Kontrolle: FASNK und Halal-Zertifizierung
Schlachthöfe, die in Flandern halal schlachten, unterliegen zwei Kontrollebenen.
Die FASNK – die Föderalagentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette – kontrolliert alle Schlachthöfe auf Hygiene, Tierschutz und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Dies ist die standardmäßige gesetzliche Kontrolle für jeden Schlachthof in Belgien.
Zusätzlich zu den Kontrollen der FASNK führen anerkannte Halal-Zertifizierer eigene Audits durch. Sie prüfen, ob die Schlachtung den islamischen Vorschriften entspricht: Anwesenheit eines muslimischen Schlachters, der die Regeln kennt, Qualität des Schnitts, Umgang mit den Tieren vor und während der Schlachtung sowie Sauberkeit der Umgebung. Halal-Schlachthöfe werden neben den gesetzlichen Kontrollen folglich auch von unabhängigen Zertifizierern auf die Einhaltung religiöser Vorschriften kontrolliert – eine zusätzliche Ebene, die es bei der gewöhnlichen Schlachtung nicht gibt.
Betäubung vor dem Kehlschnitt: von Islamgelehrten akzeptiert?
Eine gesonderte Frage ist, ob eine Betäubung vor dem Kehlschnitt halal sein kann. Islamgelehrte und Zertifizierungsstellen sind sich hier nicht einig, aber eine wachsende Mehrheit akzeptiert dies, sofern die Betäubung reversibel ist. (9). Mehrere maßgebliche Institutionen und Länder haben den Weg bereitet:
- Ägyptisches Fatwa-Komitee (1978)
- Al-Azhar, eine der höchsten islamischen Institutionen weltweit (1982)
- Ayatollah Ali Chamenei, oberster Führer des Iran
- Europäischer Rat für Fatwa und Forschung
- Malaysia, Indonesien und die Emirate
In der Türkei und in Marokko setzen immer mehr moderne Schlachthöfe in der Praxis auf eine Betäubung vor dem Kehlschnitt. Weltweit wird heute geschätzt, dass 75 % des Halal-Rindfleischs mit Betäubung vor dem Kehlschnitt produziert werden.(9).
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede beliebige Methode akzeptiert wird. Die Betäubung muss korrekt, kontrolliert und nachweislich reversibel sein, für jeden Fall validiert werden und unter strenger Aufsicht erfolgen. Das penetrierende Bolzenschussgerät, das das Gehirn dauerhaft schädigt, wird nicht akzeptiert. Gerade diese Kombination aus religiöser Kontrolle zusätzlich zur gesetzlichen Kontrolle unterscheidet die Halal-Schlachtung von der üblichen Schlachtpraxis.
Fazit
Die Halal-Schlachtung von Rindern in Flandern durch Betäubung nach dem Kehlenschnitt ist gesetzlich zulässig und unterliegt einer doppelten Kontrollebene. Die Wissenschaft zeigt, dass ein fachgerechter, schneller Halsschnitt mit einem scharfen Messer bei Schafen zu einer schnellen Bewusstlosigkeit führt, auch wenn vergleichbar eindeutige Studien zu ausgewachsenen Rindern fehlen. Auch gängige Betäubungsmethoden sind nicht risikofrei. Befürworter vertreten die Ansicht, dass die islamischen Schlachtvorschriften darauf abzielen, das Tierleid so weit wie möglich zu begrenzen.
Quellen
(1) Schulze, W., Schultze-Petzold, H., Hazem, A.S. & Gross, R. (1978). Versuche zur Objektivierung von Schmerz und Bewusstsein bei konventionellen und rituellen Schlachtmethoden von Schafen und Kälbern. Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, 85(2), 62–66.
(2) Gregory, N.G. & Wotton, S.B. (1984). Schlachtverfahren bei Schafen: II. Zeit bis zum Verlust der Reaktionsfähigkeit des Gehirns nach Ausblutung oder Herzstillstand. British Veterinary Journal, 140(4), 354–360.
(4) Grandin, T. (2012). Empfohlene Leitlinien für den Umgang mit Tieren und Prüfleitfaden: Ein systematischer Ansatz zum Tierschutz. American Meat Institute Foundation.
(5) Atkinson, S., Velarde, A. & Algers, B. (2013). Bewertung der Betäubungsqualität bei der kommerziellen Schlachtung von Rindern, die mit einem Bolzenschussgerät geschossen wurden. Animal Welfare, 22(4), 473–481.
(6) Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). (2004). Aspekte des Tierschutzes bei den wichtigsten Systemen zur Betäubung und Tötung der wichtigsten landwirtschaftlich genutzten Tierarten. EFSA Journal, 45, 1–29.
(7) Flämisches Parlament. (2017). Dekret zur Änderung des Gesetzes vom 14. August 1986 über den Schutz und das Wohlergehen der Tiere hinsichtlich der zulässigen Methoden zur Schlachtung von Tieren. Belgisches Staatsblatt, 7. Juli 2017.
(8) Europäisches Parlament. (2017). Parlamentarische Anfrage P-002607/2017: Schlachtung ohne Betäubung. Abgerufen über europarl.europa.eu.
(9) Riaz, M.N., Irshad, F., Riaz, N.M. & Regenstein, J.M. (2021). Vor- und Nachteile verschiedener Betäubungsmethoden aus Halal-Perspektive: eine Übersichtsarbeit. Translational Animal Science, 5(4), txab154. https://doi.org/10.1093/tas/txab154
