Wie wird natives Olivenöl extra hergestellt? (Von der Olive bis zur Flasche)

Was zwischen dem Baum und deiner Küche passiert, macht den entscheidenden Unterschied.

Du kaufst eine Flasche Olivenöl, gießt einen Schuss in die Pfanne und denkst nicht weiter darüber nach. Verständlich. Aber was zwischen dem Olivenbaum und deiner Küche passiert, bestimmt völlig, ob du ein Produkt mit echtem Nährwert kaufst – oder ein industrielles Fett, das zufällig nach Olivenöl riecht.

In diesem Artikel nehmen wir dich mit durch den gesamten Produktionsprozess von nativem Olivenöl extra. Von der Ernte in der mediterranen Sonne bis zur Flasche, die bei dir zu Hause ankommt. Und wir erklären, warum jeder Schritt wichtig ist.

Alles beginnt beim Olivenbaum

Olivenbäume wachsen langsam und leben lange. Einige Bäume im Mittelmeerraum sind hunderte Jahre alt und tragen immer noch Früchte. Sie gedeihen in einem trockenen, sonnigen Klima mit kühlen Wintern – genau die Bedingungen, die man in Italien, Griechenland, Spanien und Portugal findet.

Die Qualität des Öls beginnt schon lange vor der Ernte. Die Olivensorte, die Bodenbeschaffenheit, das Klima des Jahres und die Pflege der Bäume: Das sind alles Faktoren, die den Geschmack und die Zusammensetzung des endgültigen Öls beeinflussen. Deshalb ist die Herkunft so wichtig und warum „mediterrane Oliven aus der EU“ kein Marketing-Geschwätz, sondern eine echte Qualitätsgarantie ist.

Die Ernte: Timing ist alles

Oliven werden im Herbst geerntet, meist zwischen Oktober und Dezember. Der genaue Erntezeitpunkt hat einen enormen Einfluss auf das Öl.

Früh geerntete Oliven, noch grün oder leicht violett gefärbt, enthalten mehr Polyphenole und eine höhere Konzentration an Antioxidantien. Das Öl ist intensiver im Geschmack, fruchtiger und hat einen niedrigeren Säuregehalt. Später geerntete, vollreife Oliven liefern mehr Öl pro Kilo Frucht, aber mit milderem Geschmack und etwas weniger Polyphenolen.

Für hochwertiges natives Olivenöl extra wird bewusst früh geerntet. Weniger Öl pro Baum, aber mehr Qualität pro Tropfen.

Die Ernte selbst erfolgt auf zwei Arten. Beim manuellen Pflücken oder Kämmen werden die Oliven vorsichtig von den Zweigen entfernt, entweder von Hand oder mit speziellen Kämmen. Das ist arbeitsintensiv, beschädigt die Früchte aber kaum. Beim maschinellen Schütteln vibrieren Maschinen die Zweige, sodass die Oliven in Netzen auf dem Boden fallen. Schneller, aber mit etwas höherem Risiko für Fruchtschäden.

Was in beiden Fällen wesentlich ist: Die Oliven müssen so schnell wie möglich nach der Ernte zur Mühle gebracht werden. Je länger sie liegen, desto höher steigt der Säuregehalt und desto mehr sinkt die Qualität.

Von der Olive zur Mühle: Die ersten Stunden sind entscheidend

Bei einer guten Olivenölproduktion gelangen die geernteten Oliven innerhalb von 24 Stunden zur Mühle. Manche Produzenten streben sogar den gleichen Tag an. Das ist keine Übertreibung: Nach der Ernte beginnt ein Fermentationsprozess in der Frucht, der den Säuregehalt steigen lässt und den Geschmack negativ beeinflusst.

Bei der Ankunft in der Mühle werden die Oliven zuerst gewaschen und entblättert. Dann beginnt der eigentliche Produktionsprozess.

Die erste Kaltpressung: Wie funktioniert das?

„Erste Kaltpressung“ ist der Begriff, den man auf einer guten Flasche EVOO sieht. Aber was bedeutet das konkret?

Erste Pressung bedeutet, dass das Öl aus der ersten mechanischen Verarbeitung der Oliven gewonnen wird. Es gibt keine zweite Pressung mit zusätzlichem Druck oder Hitze, um mehr Öl aus dem Rest zu gewinnen. Was man erhält, ist der reinste, nährstoffreichste Anteil.

Kaltpressung bedeutet, dass der Prozess ohne Erhitzung stattfindet. Die Temperatur während des Pressens bleibt unter 27 °C. Über dieser Temperatur beginnen Polyphenole und Aromastoffe abzubauen. Kaltpressung bedeutet also: Alle Aromen, alle Nährstoffe, alles bleibt erhalten.

Der Prozess selbst verläuft in drei Schritten. Zuerst werden die Oliven zu einer dicken Paste zerkleinert, inklusive Kern und Schale. Dann wird diese Paste langsam geknetet, sodass die kleinen Öltropfen zu größeren Tropfen zusammenklumpen. Schließlich wird das Öl vom Fruchtfleisch und Wasser durch Zentrifugieren getrennt. Keine Hitze. Keine Chemikalien. Rein mechanisch.

Was aus der Zentrifuge kommt, ist extra natives Olivenöl in seiner reinsten Form.

Was macht es EXTRA nativ?

Extra nativ ist die höchste Qualitätsklasse von Olivenöl, und um diesen Namen tragen zu dürfen, muss das Öl strenge Kriterien erfüllen.

Der Säuregehalt darf maximal 0,8 % betragen. Dieser Säuregehalt sagt etwas über den Zustand der Oliven bei der Pressung aus: Je niedriger, desto gesünder waren die Früchte und desto schneller wurden sie verarbeitet. HANT Olivenöl misst 0,33 %, weit unter dieser Grenze.

Außerdem darf echtes EVOO keine Geschmacksfehler aufweisen. Ein Panel aus geschulten Verkostern bewertet jede Charge blind: fruchtig, bitter und scharf sind gute Eigenschaften, muffig, ranzig oder fermentiert sind Ausschlusskriterien.

Und schließlich: Das Öl muss vollständig mechanisch gewonnen werden. Sobald Wärme oder Chemie zum Einsatz kommen, verliert man das Recht auf das Label extra nativ.

Was passiert bei der industriellen Raffination?

Zum Vergleich ist es hilfreich zu verstehen, was bei gewöhnlichem Supermarkt-Olivenöl tatsächlich passiert.

Wenn Oliven überreif, beschädigt oder fermentiert sind, ist der Säuregehalt für extra nativ zu hoch. Anstatt diese Oliven abzulehnen, werden sie dennoch durch industrielle Raffination verarbeitet: Das Öl wird erhitzt, mit chemischen Mitteln behandelt, entgast und gebleicht. Übrig bleibt ein neutrales, geschmackloses Fett ohne Polyphenole, ohne Antioxidantien, ohne biologische Aktivität.

Um dem Produkt danach dennoch etwas Geschmack und Farbe zu verleihen, wird eine kleine Menge echten extra vergine Olivenöls hinzugefügt. So darf das Produkt als „Olivenöl“ oder sogar „vergine“ im Laden stehen, obwohl der Großteil raffiniert ist. Genau das passiert hinter den Kulissen bei vielen kommerziellen Marken. Und genau das macht HANT nicht.

Von der Mühle bis zur Flasche: Lagerung und Abfüllung

Nach der Pressung wird das Öl vorübergehend in Edelstahltanks gelagert, dunkel und bei kontrollierter Temperatur. Licht, Wärme und Sauerstoff sind die drei größten Feinde von Olivenöl: Sie beschleunigen die Oxidation und schädigen die Polyphenole.

Gutes Olivenöl wird in dunklen Glasflaschen abgefüllt. Nicht aus Marketinggründen, sondern aus funktionaler Notwendigkeit. Eine klare Flasche sieht im Ladenregal vielleicht schöner aus, ist aber nachteilig für Haltbarkeit und Qualität des Öls.

Nach der Abfüllung wird die Flasche mit einem Etikett versehen, das alle relevanten Informationen enthält: Herkunft der Oliven, Pressmethode, Säuregehalt, Zertifizierung und Haltbarkeitsdatum. Bei HANT fügen wir unabhängige Laboranalysen hinzu, die für jeden öffentlich einsehbar sind.

Wie verwendet und bewahrt man EVOO zu Hause auf?

Sie haben eine gute Flasche gekauft. Jetzt wollen Sie diese Qualität auch zu Hause bewahren.

Bewahren Sie Ihr Olivenöl dunkel und kühl auf, fern von der Kochplatte. Ein Schrank oder eine Schublade ist besser als ein Regal neben dem Herd. Nach dem Öffnen sollten Sie die Flasche idealerweise innerhalb von zwei bis drei Monaten verbrauchen.

Für kalte Verwendung wie Dressings, Dips oder pur über ein Gericht: Verwenden Sie ruhig großzügig. Hier kommen alle Polyphenole und Aromen voll zur Geltung.

Für warme Verwendung: EVOO eignet sich hervorragend zum Braten oder Anbraten bis etwa 180 bis 200 °C. Über dieser Temperatur beginnen die Polyphenole abzubauen. Für sehr hohe Hitze oder langes Frittieren wählen Sie besser ein anderes Fett.

Und pur vom Löffel? Sicher. Ein Esslöffel morgens ist in mediterranen Traditionen seit Generationen ein tägliches Ritual.

Wie HANT Olivenöl hergestellt wird

HANT Bio Extra Vergine Olivenöl wird in Italien aus sorgfältig ausgewählten mediterranen Oliven gepresst, griechischen und italienischen Sorten, die innerhalb der EU angebaut werden. Ausschließlich mechanisch bei der ersten Kaltpressung gewonnen, ohne Hitze oder Chemikalien. Säuregehalt: 0,33 %.

Keine Zusätze. Keine Mischung mit raffiniertem Öl. Kein Öl von außerhalb der EU. Zertifiziert biologisch (IT-BIO-007).

Alle Laboranalysen sind öffentlich zugänglich, nicht hinter einem Formular, nicht auf Anfrage, einfach online für jeden sichtbar. Weil wir an unsere Qualität glauben und nichts zu verbergen haben.

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